1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Behandlung?

In einer kieferorthopädischen Praxis beginnt eine Behandlung normalerweise zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr. In einigen Fällen empfiehlt sich aber eine sogenannte Frühbehandlung ab 5-6 Jahren.

Ob, wann und wie behandelt werden sollte, das erfahren Sie am Besten in einem Beratungsgespräch. Eine erste Untersuchung kann mit ungefähr 5 Jahren sinnvoll sein.

2. Wie lange dauert eine Behandlung?

Die Dauer der Behandlung hängt von der Behandlungsaufgabe ab: sehr leichte Fehlstellungen können oft in nur wenigen Monaten korrigiert werden, während eine umfassende aktive Behandlung meistens zwei bis drei Jahre dauert, in seltenen Einzelfällen auch länger. Daran schließt sich die Stabilisierungsphase an, die mindestens zwei Jahre dauert. In dieser Phase jedoch finden die Kontrolltermine alle drei Monate statt und die Spangen werden immer seltener getragen.

3. Kann ich mir aussuchen, ob die Behandlung mit einer festen oder einer losen Zahnspange durchgeführt wird?

Nein, denn beide Spangenarten haben verschiedene Aufgaben. Mit losen Zahnspangen lässt sich z.B. das Kieferwachstum sehr gut beeinflussen, was mit festen Zahnspangen überhaupt nicht möglich ist. Mit festen Spangen hingegen lassen sich z.B. gedrehte Zähne korrigieren. Dies ist wiederum mit losen Spangen nicht möglich.

4. Ist eine Behandlung auch bei Erwachsenen noch möglich?

Eine Behandlung ist in jedem Alter möglich. Durch moderne Techniken ist es heutzutage möglich, Behandlungen nicht nur schnell und effizient durchzuführen, sondern auch für eine langfristige Stabilität des Ergebnisses zu sorgen.

5. Macht eine feste Spange die Zähne kaputt?

Die Spange macht die Zähne nicht kaputt! Was jedoch unbedingt notwendig ist, ist eine gründliche Zahnpflege. Beläge, die durch nicht entfernte Essensreste entstehen, bilden Säuren und schädigen den Zahnschmelz und das Zahnfleisch. Es liegt also in den Händen des Patienten, ob es zu Schäden an den Zähnen kommt. Der Kieferorthopäde prüft deshalb bereits vor Behandlungsbeginn, ob die Patienten in der Lage sind, die Zähne so zu reinigen, wie es für die feste Zahnspange nötig ist. Bei ungenügender Mundpflege setzen wir daher keine feste Spange ein.

Nachdem die Spange eingesetzt wurde, bekommen Sie und Ihr Kind Informationen über den richtigen Umgang und die geeigneten Hygienemaßnahmen. Außerdem wird die Zahnpflege während der gesamten Behandlung von uns überprüft. Sollte die Zahnpflege dauerhaft ungenügend sein, kann es sein, dass der Kieferorthopäde die feste Spange sogar frühzeitig entfernen muss.

6. Ist die Behandlung mit einer festen Spange nicht schmerzhaft?

Die Zähne können einige Tage überempfindlich sein. Manchmal kann auch die Mundschleimhaut für einige Tage wund sein. Nach kurzer Eingewöhnung kann man aber normal essen und sprechen.

7. Verschieben sich die Zähne nicht wieder nach der Behandlung?

Für die langfristige Stabilität des Behandlungsergebnisses empfehlen wir einen sogenannten Kleberetainer. Das ist ein dünner Draht, der von innen auf die Zähne geklebt wird und so ein Leben lang für ein schönes Ergebnis sorgt.

8. Bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung?

Entscheidend für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist die Einstufung der Fehlstellung nach den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG). Die Behandlungsnotwendigkeit erfolgt in einer Abstufung von 5 Gruppen. Ab der Stufe 3 übernimmt die Kasse die Basisbehandlung. Außerdem sollte der Versicherte bei Beginn der Behandlung unter 18 Jahren alt sein. Ab dem 18. Lebensjahr wird eine Behandlung nur als kombinierte chirurgisch-kieferorthopädische Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

9. Was passiert, wenn die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung nicht übernimmt bzw. ablehnt?

Bei "leichten" Fehlstellungen wird die Behandlung nicht von den Krankenkassen übernommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass hierbei keine Behandlungsnotwendigkeit besteht. Lassen Sie sich auf jeden Fall individuell über Vor- und Nachteile beraten. In diesem Fall sind die Behandlungskosten privat zu tragen.
 Die Kosten sind unter anderem abhängig von der Schwierigkeit und den geplanten Behandlungsgeräten. Die genaue Summe kann erst nach einer individuellen Untersuchung genannt werden. Auf Wunsch ist selbstverständlich eine Ratenzahlung möglich.